Jul 302015
 

Wenn Ratlosigkeit bezüglich einer im Raum stehenden Trennung besteht, dann sei Folgendes geraten:

Tipp Nummer 1

Es klingt leicht satirisch, aber es ist vollster Ernst:
Niemals, wirklich niemals Freunde, Verwandte oder sonstige „Vertraute“ um Rat fragen und sich dann danach richten. Wer das bewusst tut, ist schon mit einem Bein weg und will nur Absolution für diesen Schritt. Und wer sich wirklich nicht sicher ist, was er tun soll: trotzdem Hände weg vom Freundes-Rat. Lieber hier auf Rat gesucht nach Rat suchen!

Es gibt kaum ein Beispiel dafür, dass die „beste Freundin“ oder der „beste Freund“ gesagt hätte: „Hey, ich kann dir zwar zuhören, aber dir nichts raten, denn da wir uns sehr nahe stehen, ergäbe das eine sehr einseitige Beeinflussung. Auch wenn das nur unterbewusst geschieht, so ist es doch so, dass er oder sie eigentlich mein Gegner ist im Kampf um dich. Sprich doch bitte lieber mit deinem Partner darüber, denn den betrifft es ja!“

Probleme erst einmal dort erörtern, wo sie entstanden sind

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen geht primär genau zwei Menschen was an und sonst eigentlich niemanden. Wer Außenstehende in dieser Partnerschaft einbezieht, sollte wirklich gut überlegen, ob er möchte, dass etwa die Schwiegermutter dem Partner gute Tipps gibt. Nee, nicht, oder?

Noch einmal tief in sich hineinhorchen

Schon alleine die Tatsache, dass man Trennungsgedanken im Kopf oder Hinterkopf hegt, sagt viel aus. Man käme doch nicht auf diese Idee, wenn da nicht schon eine Tendenz vorhanden ist.

Und so wie man beim Auto fahren unmerklich auf die linke Fahrbahn gerät, je länger man eher nach links schaut, so wird das Unterbewusstsein auch bei Trennungserwägungen alles unternehmen, um diese Trennung einzuleiten und durchzuziehen. Die Gründe und Rechtfertigungen dafür kann man ja in der Zwischenzeit zusammensammeln.

 Posted by at 11:20
Jul 302015
 

Ein Schmerz, den fast alle kennen.
Nun, das Vertrauen war wohl vor dem Seitensprung da und wurde dann missbraucht. Misstrauen ist ja kein grundsätzliches Gefühl des Menschen. Ganz im Gegenteil. Von Geburt an können, wollen und müssen wir unserer Umwelt vertrauen. Nicht nur den Eltern und der Restfamilie, sondern allen Menschen, die uns begegnen. Wenn man Kleinkinder beobachtet, denen noch kein Leid zugefügt wurde, sieht man sehr gut, dass des Menschen natürliches soziales Gefühl unbedingtes Vertrauen ist. Sie gehen offen und lächelnd auf jeden zu. Welcher Erwachsene tut das noch?

Was schon für unsere Kinder gilt, gilt erst recht für Erwachsene, denn die haben schon einiges an Enttäuschungen erlebt und was resultiert dann nach all den Jahren daraus: Vorsicht und ein immer unterschwellig brodelndes Misstrauen. Denn alles bereits Erlebte brennt sich irgendwo in der Seele ein.

Ganz Heile machen ist fast unmöglich

Einmal zerstörtes Vertrauen ist nur sehr schwer wieder zu reparieren. In Wahrheit geht das gar nicht, denn rückgängig machen kann man Geschehenes nicht. Man kann höchstens neues, wahrscheinlich eingeschränktes Vertrauen ausbauen.

Wenn man selbst der Seitensprung begangen hat, sollte man eines aber tunlichst vermeiden: Druck auszuüben.

Täter-Opfer-Umkehr

Das ist jetzt ein bisschen drastisch formuliert, aber es geht um die grundsätzliche Rollenverteilung in diesen Situationen.
Oftmals beklagen sich nämlich die Seitenspringer darüber, dass ihnen nun nicht mehr vertraut wird, obwohl sie doch geschworen haben beim Leben irgendeines Familienmitglieds, dass das nie wieder vorkommen wird.

Nunja: damit macht sich der Täter bequem zum Opfer und ist fein raus, oder nicht?
Dass Vertrauen nur nachwachsen kann, wenn sich derjenige, der es missbraucht hat, auch wirklich um den anderen bemüht, und zwar nicht 5 Minuten lang, sondern möglichst immer, muss demjenigen einfach bewusst werden. Verzeihen kann man nur, wenn man wirklich spürt, dass das mit der Reue und dem Nie-wieder-tun nicht nur ein schnell hingesagter Spruch ist, sondern eine Herzensangelegenheit.

 Posted by at 10:57
Jul 302015
 

Es ist gewiss nicht ausgeschlossen, dass Partner, die keinen Draht mehr zueinander finden und keine Basis mehr sehen vor lauter Problemen oder wegen verwelkender Gefühle zueinander, erst einmal Platz und Zeit für sich selbst brauchen, um neue Kraft zu schöpfen und eine neue Perspektive entwickeln zu können. Etliche Paare haben das schon bewiesen.

Erst wenn man etwas verloren hat, weiß man es zu schätzen.

Es ist nunmal so, dass man im Alltagsstress manchmal völlig vergisst, warum man eigentlich zusammen ist. Alles wird so selbstverständlich und keiner weiß mehr zu schätzen, was er am anderen einst so zu schätzen wusste. Es dominieren die äußeren Einflüsse und die Beziehung kippt allmählich Richtung geduldeter Gleichgültigkeit.

Du kannst nur besitzen, was du bereit bist, aufzugeben.

Warum Trennungen auf Zeit nicht sehr beliebt sind, ist klar: man verliert plötzlich die Kontrolle und den Einfluss über den Partner. Man weiß ja nicht, was der nun in der Zwischenzeit alles anstellt.
Wenn aber beide Partner sich bewusst sind, dass der andere eben auch ein eigenes Leben hat und gewisse Dinge, zumal in einer Trennung auf Zeit, nur dessen Bier sind, kann das schon klappen.
Auch wenn zum Beispiel das kitschbeladene: „Ich brauche einfach mal ein bisschen Zeit für mich“ schon per se nach angekündigtem Seitensprung klingt.

Außerdem: wahre Liebe kann warten.

Ist natürlich Blödsinn, denn Liebe muss überhaupt nicht warten. Sie ist da oder eben nicht. Warten muss höchstens die Manifestation der Liebe.

Nur eines sollte man schon im Auge behalten:
Auch wenn es einvernehmlich heißt: „Trennung auf Zeit“, es ist trotzdem in erster Linie eine Trennung, und das sollte klar gestellt werden. Sonst drohen böse Nachwehen. Denn ein weiteres Sprichwort besagt:

Aus den Augen, aus dem Sinn.

Wenn nämlich nur einer der beiden in dieser Trennungszeit bemerkt, dass es ihm sehr viel besser geht ohne den Partner, dann ist ein unschönes Ende vorprogrammiert.

 Posted by at 10:33
Jul 302015
 

Ein Seitensprung ist doch: Den Partner, ob nun verheiratet oder nicht, mit einem anderen Menschen zu betrügen. Einmal. Sonst ist es Fremdgehen, oder?
Springen tut man einmal, gehen ist eine längere, kontinuierlichere Beschäftigung.
Aber das sind Haarspaltereien. Wir wissen ja alle, worum es geht.

Trotzdem müssen wir bei diesem Thema auf der Definitions-Ebene bleiben. Man wird sehen, warum.

Kann man einen Partner überhaupt betrügen? Ist es dann wirklich ein Partner?
Eigentlich nicht!
Warum nicht?
Weil man einen Partner nicht betrügen würde. Man betrügt ja hoffentlich auch sonst niemanden, warum also ausgerechnet seinen Partner, also jene Person, die neben einem selbst oft die wichtigste Person für einen ist?
Was überall sonst im Leben, zum Beispiel im Berufsleben gilt, sollte doch erst recht in Liebesbeziehungen gelten: „Ich bescheisse meinen Partner nicht!“. Das hat was mit Ehre und Respekt zu tun. Beides fürwahr sehr rare Dinge in unserer Welt.

Theorie ist schön und grau – die Praxis sieht natürlich anders aus

Wann ist das passiert, dass Sex und Liebe im Paket daherkommen und damit nur Stress auf allen Seiten verursacht wird?
Genau, in der Romantik. Zur Spitze getrieben wurde diese Sitte dann noch von Hollywood.

Davor und viel früher erst recht, war es ziemlich Usus, dass Sex hauptsächlich zur Fortpflanzung dient und eine feine Sache ist, wenn mal nicht fortgepflanzt wird.
Die alten Römer und Griechen haben sich sowieso überhaupt nichts geschissen und wild durch die Gegend gevögelt. Wehe, wenn du da nicht bei 3 auf dem nächsten Baum warst.

Und dann plötzlich kam die Mode auf, dass Liebe, Partnerschaft und Sex unweigerlich zusammen gehören müssen. Und das ist nunmal nicht wirklich möglich, denn wir sind Menschen. Sexualität ist viel zu mächtig, als dass sie sich bändigen ließe. Da können Tausend neue Moden kommen, wir werden immer Seitenspringen, nur wird es nicht zu allen Zeiten so heissen und vielleicht sogar eine ganz normale Sache werden.

 Posted by at 10:08
Jul 302015
 

Seitensprung und Fremdgehen – das ist wohl eines der heikelsten Themen überhaupt, wenn es um Beziehungen geht.

Unser Bild von Partnerschaften ist sehr eindeutig 3-fach geprägt:

Da ist noch immer die seit ein paar Jahrtausenden auf uns einwirkende christlich-religiöse Komponente mit den vielen Pfuis und Verboten.

Da ist dann vor allem auch die seit ein paar Jahrhunderten auf uns einwirkende romantische Komponente mit dem Stichwort: die einzige große Liebe zählt und sonst nichts.
Und da ist seit ein paar Jahrzehnten die neue, hektische, von Geld und Werbung geprägte Zeit, die uns suggeriert, dass eh alles cool ist und geil.

Und jetzt steht der Mensch unserer Zeit also da und ist einigermaßen orientierungs- und hilflos mit seinen Gefühlen und Nöten.

Wie soll man zum Beispiel Fremdgehen verzeihen können? Wo es doch so weh tut, betrogen zu werden!
Und andererseits tun es doch eh alle, also warum nicht einfach drüber stehen?
In den Medien werden nämlich beide Seiten heroisiert. Vor allem in Jugend- und Frauen-Serien wird praktisch dauernd fremdgegangen. Und es wird als cool verkauft. Gleichzeitig aber werden die armen „Opfer“ betrauert.
Die selbstlose Version, die daraus für Konsumenten resultiert: „Ich will schon fremd gehen, aber wehe mein Partner tut es!“

Kühner Tipp: Fremdgeh-Schmerz gar nicht erst möglich machen

Man müsste das Fremdgehen gar nicht verzeihen, wenn man eines tut: zu Beginn einer Partnerschaft klar stellen, dass es eine offene und aufrichtige Beziehung ist. Jeder kann machen, was er will. Einzige Bedingung: Derjenige muss auch dazu stehen und mit den Konsequenzen leben. Denn man kann vorher nicht wissen, ob man dem anderen das Fremdgehen verzeihen kann. Also muss der Deal heissen: „Kann sein, dass es nach dem Fremdgang sofort aus ist zwischen uns, aber das Risiko wirst du ja wohl selbst einschätzen können, wenn du sowas machst.“
Das klingt grotesk, ist aber in Wahrheit wohl die einzige Chance, hier keinen Kummer zu erleiden: Vorher alles abklären, was abklärbar ist.

 Posted by at 9:52
Jul 302015
 

Menschen ändern sich. Aber dass sich zwei Menschen drastisch verändern, und zwar gleichzeitig, und dann auch noch in die gleiche Richtung, ist eher unwahrscheinlich. Und „verändern“ meint hier „weiterentwickeln“, aber das sollte ja klar sein.

Es wird gute Gründe gegeben haben, warum es nicht geklappt hat. Darum ist der Partner nun ein Ex. Aus. Ende. Platz für neue Erfahrungen.
So viel zur wahrscheinlich vernünftigeren Variante der Geschichte. Aber wer will schon immer vernünftig sein?!

Manchmal kommen sie wieder

Aufgewärmte Speisen schmecken nicht und es ist auch nicht gesund, heisst es. Und doch kommt es durchaus vor, dass wieder auf den Ex-Partner zurückgegriffen wird. Manchmal recht bald nach der Trennung, als sexuelle Affäre dann zumeist. Klar, so lange ist das nicht her, dass man intim miteinander war. Und vielleicht war es sogar nur der Sex gewesen, der die Partnerschaft so lange am Leben hielt.

Aus Ex wird Un-Ex

Oft kommt man aber auch erst viele Jahre später drauf, dass man sich komischerweise noch einmal in den selben Menschen verliebt hat. Gegenseitig. Das werden dann durchaus auch oft jene Beispiele, wo fast nahtlos dort angeknüpft wird, wo man einst aufgehört hat.
Aber warum überhaupt?
Ist es das Vertraute? Das Altbewährte? Man weiß ja, woran man ist, und geht in diesem Sinne kein großes Risiko ein.
Und man ist ja auch älter und weiser geworden. Hatte Abstand zur einstigen Partnerschaft und konnte auf diese Weise vieles relativieren, das man damals, als man mitten drin stecke in der Beziehung unmöglich bemerken konnte.

1 aus 100

Doch wir bewegen uns hier im Promille-Bereich. Sex oder neu-entflammte Liebe mit dem Ex kommt jetzt ja nicht wirklich so häufig vor. Vielleicht einprozentig. Und von diesem einen Prozent ist es wiederum ein Prozent, bei denen es dann tatsächlich klappt mit einer wirklich guten Partnerschaft.

 Posted by at 7:59
Jul 292015
 

Wer nicht völlig unbedarft und blauäugig durchs Leben marschiert, weiss sofort, ob und wann und oft genug auch mit wem er betrogen wird. Muss gar nicht erst das plötzlich viel zu oftmalige Erwähnen einer bestimmten Person sein.
Der Partner verändert sich so drastisch, dass man wirklich sehr gut wegschauen muss, um die Veränderung nicht zu bemerken. Man kann als Seitenspringer natürlich lügen und leugnen, und das tun ja auch gut 90% der Betreffenden, aber nur selten kann man den Gemütszustand und die Mimik verschleiern.
Und hier gibt es zwei glasklare Richtungen: Reue oder Triumph.

Reue

Wenn der Fremdgehende ein schlechtes Gewissen hat, das an ihm nagt, weil er spürt, dass da etwas nicht so ganz ok war an seinem Verhalten, so kann das nur von wirklich sehr geübten Menschen versteckt werden. Normalerweise fällt derjenige dann regelrecht in sich zusammen, egal wie schön das Wetter ist. Aber in diesem Fall kann es für die Partnerschaft wenigstens noch eine Chance geben.

Triumph

Viele Seitenspringer holen sich nicht nur den Extra-Kick mit dem Nebenbuhler, sondern auch eine Menge vermeintliches Selbstbewusstsein, welches auf Kosten des Betrogenen generiert wird. Schnippisch, zynisch und präpotent sind sie plötzlich oder allmählich geworden und lassen das auch bei jeder Gelegenheit nach außen gegen den Betrogenen. Diese Partnerschaft ist dann eigentlich beendet, denn ab da fehlt dann von einer Seite so ziemlich alles, was dafür nötig ist. Und sehr wahrscheinlich ist es kein Fremdgehen mehr, sondern bereits die neue Beziehung.

Eifersucht als Indiz?

In beiden Varianten aber gilt: Entweder ist es schon passiert, oder es steht unmittelbar bevor.
Wer noch ein Indiz braucht, der kann dieses in sich selbst finden. Eifersucht, so wie der Begriff in Beziehungen definiert wird, ist nur in sehr sehr wenigen Fällen unbegründet und ein Hirngespinnst. Bei aller Negativität dieses Gefühls ist es doch ein untrügliches Anzeichen dafür, „dass da eventuell was nicht stimmt mit dem Partner“

 Posted by at 19:35
Jul 292015
 

Eine Paartherapie, oder wie es heutzutage heisst, Mediation, kann Paaren mit Problemen wirklich helfen.
Nur ist es in den meisten Fällen leider so, dass nur eine Sache wirklich verbessert wird. Und zwar der Kontostand des Therapeuten.

Denn es braucht nicht nur die unbedingte Bereitschaft beider Partner, weiterzumachen, sondern vor allem eines: Aufrichtigkeit.

Wille und die Wahrheit

An ersterem scheitert eine erfolgreiche Paartherapie meistens nicht, denn unbedingtes Wollen, dass sich das Verhältnis der beiden wieder einrenkt, muss ohnehin die mindeste Grundvoraussetzung sein. Sonst braucht man ja keine Paartherapie, denn wo kein Paar, da keine Therapie.

Nein, es ist die mangelnde Bereitschaft zu Offenheit und Ehrlichkeit, die auch den besten und einfühlsamsten Mediator vor die Unlösbarkeit der Probleme stellt. Denn das ist ja kein Zauberer, sondern ein Therapeut.

Warum Ehrlichkeit so unendlich wichtig ist

Was helfen die besten Gespräche, wenn in ihnen vieles verschwiegen oder falsch dargestellt wird? Und warum sollten Paare, die Kommunikationsprobleme haben, und die haben sie, sonst bräuchten sie die Therapie nicht, plötzlich mit einer dritten Person als Puffer ihre Art der Kommunikation ändern?

Darum sei noch einmal dringend ans Herz gelegt: wenn eine Paartherapie wirklich Sinn und Ergebnisse liefern soll, dann unbedingt vornehmen, kein Theater zu spielen.

Alternativen

Wenn genug Geld für solche Rettungsaktionen in der Haushaltskassa vorhanden ist, wäre vielleicht sogar anzuraten, dass jeder Partner für sich selbst zu einem psychologischen Helfer geht, denn auch wenn es um die Partnerschaft geht – in erster Linie geht es immer um einen selbst, dann erst um die Beziehung. Man ist ja schließlich auch nicht schon als Pärchen zur Welt gekommen.

Noch besser wäre es allerdings, sich an keinen Spezialisten zu wenden, sondern an irgendeine Person aus dem Bekanntenkreis. Ohne Ausbildung, ohne finanzielle Interessen. Jemand, der einfach nur zuhört, bestenfalls über eine gesunde Portion Einfühlungsvermögen verfügt und keine Partei ergreift.

 Posted by at 18:14
Jul 292015
 

Ja wenn man das bloß könnte. Der richtige Partner wird vorher kaum einmal erkannt werden. Man merkt meistens eher nachher, dass es der falsche war.

Soweit ein lockerer Spruch, mit dem man dieses Thema abtun könnte. Aber wenn man sich mit der Materie ernsthafter auseinandersetzt, kommt man in ein Definitions-Realitäts-Dilemma.

„Richtig“ ist im Grunde nämlich jeder Partner. Nicht nur potenziell, sondern tatsächlich und de facto. Denn wie etwa der recht populäre Herr Diplom-Lebenslehrer Robert Betz nicht müde wird, in seinen Vorträgen herunterzubeten: es gibt keinen falschen Partner. Und da hat der Mann, wie auch sonst gar nicht so selten, recht.

Zu jener Zeit und in jener Situation, in der man einen Partner hat, ist genau dieser auch der richtige. Sonst wäre er nicht der Partner. So einfach ist das im Grunde.

Es gibt keinen un-richtigen Partner

Oft hadert man mit seinem Schicksal: Schon wieder so ein Fehlgriff! Warum nun ziehe ich immer diese Weicheier/Idioten/Säufer/Schläger/Fremdgänger/ an?

Weil, und nun greifen wir einmal ein bisschen tiefer in die Psycho-Kiste, ganz bestimmt nicht diese vielen „falschen“ Partner nichts besseres zu tun haben, als uns zu suchen, sondern wohl eher umgekehrt. Der Magnet geht immer von uns selbst aus und nicht vom bösen Schicksal.

Außerdem wähnt man doch jeden Partner am Anfang als den Richtigen. Wie käme es sonst dazu, dass aus der Bekanntschaft so etwas wird wie eine Beziehung oder Lebensgemeinschaft?!

Irrtum ausgeschlossen

Man hat sich aber nicht geirrt. Es war der richtige Mensch. Und wenn dieser Lebensabschnitt dann vorüber ist kommt der nächste, der haargenau jetzt in unser Leben passt. Und sei es nur, weil das Zusammensein mit ihm uns zeigt, dass man eigentlich etwas anderes möchte.

Man erkennt den richtigen Partner also schlicht und ergreifend daran, dass er da ist und dass er jetzt, in diesem Moment unser Partner ist.

 Posted by at 17:15
Jul 292015
 

Nun, wer frisch getrennt ist, hat in vielen Fällen bereits einen neuen Partner, denn oftmals überschneiden sich die Partnerschaften ja ein paar Wochen oder gar Monate lang.
Aber wie soll es nun weitergehen, wenn man nach einer Trennung tatsächlich alleine ist?

Erst einmal tief durchatmen

Man muss sich ja nicht sofort wieder in eine Beziehung stürzen. Das ist meistens auch recht kontraproduktiv, denn wir neigen dann dazu, den neuen Partner mit dem alten zu nerven. Und der wird sich schön bedanken, wenn er immerfort Gruselgeschichten oder Jubel-Arien hören muss.
Und niemand will als Seelentröster oder Übergangspartner missbraucht werden. Das werden dann immer sehr hässliche Kurzzeitaffären.

Eine Trennung ist, bei aller Traurigkeit, die da vielleicht ausbricht, eine sehr gute Möglichkeit, sich zu sammeln und neu zu orientieren. Einfach mal jene Dinge tun, die man in der letzten Partnerschaft aus welchen Gründen auch immer, nicht machen konnte. Die Sau rauslassen bis es kracht. Ja, warum denn nicht?!

Die Zeit heilt alle Wunden

Früher oder später kommt ohnehin der Tag, an dem man sich wieder bereit fühlt für die Zweisamkeit im großen Stil. Dann beginnt das Spiel von Neuem und nur wenige von uns ändern im Laufe ihres Lebens irgendetwas an der grundsätzlichen Partnersuche. Abgestimmt und hingetrimmt höchstens auf die jeweilige Person und die Situation, aber innerliche Prozedere bleibt meist dasselbe. Vor allem bei Menschen, die nicht lange alleine sein können. Denn hier ist die Partnerschaft oft genug ein MÜSSEN, nicht ein KÖNNEN und WOLLEN.

Doch vielleicht erwacht ja auch die Erkenntnis, dass man einen Partner gar nicht suchen muss. Oder zufällig finden. Man könnte doch auch einmal in Erwägung ziehen, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ohne unbedingtes Wollen. Ohne einem Wunschtraum nach zu laufen. Einfach alles fließen lassen und sich über das freuen, was sich ergibt.

 Posted by at 13:00