Jul 032015
 

Geschrieben von Michael

Am Anfang jeder Beziehung steht das Flunkern. Das mag hart klingen, aber es ist nunmal so und es ist quasi eine Notlüge. Die Menschheit wäre schon längst ausgestorben, wenn potenzielle Partner nicht auf Teufel komm raus genau den Menschen darzustellen versuchen, von dem sie glauben, dass der andere ihn liebenswert findet. Und das gilt für einen One-Night-Stand genauso wie für ein 50 Jahre anhaltende Ehe.

Feuerlöscher Alltag

Natürlich gibt es immer Ausnahmen, zum Beispiel bei Paaren, die sich vorher schon gut kannten, aber die Regel wird das niemals sein. Warum sonst sollte diese Verliebtheitsphase jemals abklingen und das tut sie nunmal bei fast allen Paaren nach zwei Wochen bis zwei Jahren. Je nachdem, wie oft man einander über den Weg läuft. Wer schnell zusammenzieht, wird schneller nüchtern.

Phase der Normalisierung

Sobald die Verliebtheitsphase vorbei ist, kommt meist die wirklich harte Zeit für Beziehungen, die Lern-und Akzeptanz-Phase. Gut, der andere ist nicht so, wie er vorgab zu sein bzw. wie man selbst wollte, dass er ist. Die Traumwelt bröckelt und muss nun allmählich, Stück für Stück, durch Realität ersetzt werden. Das kann eine wirklich sehr schlimme Zeit sein und die meisten Beziehungen zerbrechen daran. Sie überleben nicht, wenn die tatsächlichen Menschen zu weit auseinander liegen. Sie wachsen allerdings in dieser Phase, wenn mehr als nur Verliebtheit vorhanden war und ist.

Am Ende steht dann im besten Fall der Anfang.

Wenn diese Zeit der Krisen und Herausforderungen durchlebt ist und eventuell neu auftauchende Probleme keine Gefahr mehr darstellen, weil man einander nun wirklich kennt und trotzdem oder vielleicht sogar darum erst recht noch gern zusammen ist, kommt wohl das, was man wirklich Partnerschaft nennen kann.
Es ist manchmal ein langer, beschwerlicher Weg dorthin, aber jenen Paaren, die dies geschafft haben, kennt man das Glück an. In jeder Sekunde.

 Posted by at 6:26

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: