Jul 062015
 

Geschrieben von Antje

 

Wer privat vorsorgen möchte, muss viele Gesundheitsfragen beantworten. Das ist vor allem bei der privaten Krankenversicherung der Fall. Allerdings ist die Auskunftspflicht gegenüber der privaten Krankenversicherung begrenzt.

Fragen nach Operationen in den vergangenen 10 Jahren oder auch schlimmeren Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Beschwerden müssen vom Versicherungsnehmer nicht nur wahrheitsgemäß, sondern auch vollständig beantwortet werden. Kunden kommen um die Gesundheitsfragen also nicht herum.

Eine zurückliegende Grippe anzugeben, ist durchaus in Ordnung. Schwere chronische Krankheiten dürfen allerdings auch nicht verschwiegen werden. Kommt es zum Ernstfall, würde der Versicherungsnehmer ansonsten seine Leistungen riskieren. Arztbesuche, die ein Versicherungsnehmer für eigentlich unwichtig hält, sollten möglichst nicht unterschlagen werden. Ebenfalls angegeben werden müssen stationäre Behandlungen. Die meisten Versicherungsunternehmen erwarten außerdem eine Entbindung von der Schweigepflicht für alle behandelnden Ärzte, um sämtliche Angaben überprüfen zu können.
In seltenen Fällen wird eine ärztliche Untersuchung angefordert, oft ist aber die Beantwortung der Gesundheitsfragen für den Versicherer ausreichend.

Das Recht auf Auskunft ist jedoch auch in der privaten Krankenversicherung begrenzt. Eine „allgemeine Gesundheitsauskunft“ darf also nicht Voraussetzung für die Vertragsannahme sein. Auch eine pauschale Ermächtigung zur Entbindung der Schweigepflicht für Ärzte, Krankenhäuser oder Pflegepersonen ist nicht zulässig.

Wichtig für Frauen: Die Frage nach einer Schwangerschaft muss nicht beantwortet werden. Grundsätzlich ist beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung nach dem Gleichbehandlungsgesetz vorzugehen. Es gab Zeiten, in denen Schwangere keine Möglichkeit hatten, sich in der privaten Krankenversicherung abzusichern, da die Versicherungsunternehmen scheinbar Angst vor den Kosten bei Entbindung und der Mitversicherung von Kindern hatten. Rein rechtlich ist eine solche Frage jedoch bedenklich. Auch Fragen nach einer Fehlgeburt müssen nicht beantwortet werden, da sie nicht mit dem Gesundheitszustand einer Frau zu tun haben.

 Posted by at 7:55

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