Jul 172015
 

Geschrieben von Anja

Wer kennt das nicht? Man erwartet Gäste und die Stunde rückt näher, aber etliche Sachen sind noch nicht erledigt … Der Tisch ist nicht gedeckt, das Dessert muss noch gerührt werden und es gibt noch viele finale Schnippeleien zu realisieren. Man selbst ist auch noch nicht im Entferntesten salonfein. Wie soll man überhaupt noch rechtzeitig fertig werden? Der Blutdruck steigt, der Schweiß bricht aus allen Poren, die Nerven flattern. Man ist aufs Höchste konzentriert und unterstützt von Stresshormonen, die unser Körper freigibt, kann man die noch anstehenden Arbeiten in schnellster Zeit dann erledigen. Dieser Stress ist von Zeit zu Zeit gut und hilfreich.

Wann es zu Problemen kommt

Zu Problemen kommt es, wenn diese Situationen überhand nehmen, es keine ausreichenden Entspannungsphasen gibt und der Körper so in dauernder Alarmbereitschaft ist. Es entsteht chronischer Stress, der sich negativ auf den Hormonstoffwechsel auswirkt. Viele jüngere Studien belegen, dass die Krankheiten, die durch dauerhaften Stress verursacht werden, das Risiko für eine spätere Alzheimer-Erkrankung erhöhen.
Chronischer Stress resultiert aus andauernden Belastungsspitzen über einen langen Zeitraum von Tagen, Wochen, Monaten oder sogar Jahren. Das moderne Leben in unserer Leistungsgesellschaft setzt den Einzelnen sehr unter Druck und es folgen Versagensängste, die oft mit Existenzängsten einhergehen, besonders wenn die Entspannungsphasen nicht ausreichen oder gar ganz ausbleiben. Zunächst wird man vielleicht versuchen diesen chronischen Stress auszugleichen und entwickelt Kompensationsstrategien, die häufig zu noch längeren Bürozeiten, Wochenendarbeit und abendlichen E-Mail-Checks führen. Arbeitslosigkeit, die Pflege eines Angehörigen, sowie eine Scheidung oder Typ-2-Diabetes können emotionalen Stress verursachen. Darunter leidet dann auch der gesunde Lebensstil. Bewegungsmangel, Gewichtszunahme und falsche Ernährung können ebenso durch Stress begünstigt werden, wie Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

Folgen von chronischem Stress

Natürlich hat dieser Raubbau am Körper dann auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Depressionen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Tinnitus sind einige davon. Auch der Hormonhaushalt leidet unter dem Stress, z.B. sinkt der Testosteronspiegel ab und führt zu sexueller Unlust und sogar zu Impotenz. Im Gehirn finden Veränderungen statt, die die Denkleistung verringern und Schlafstörungen nach sich ziehen können. Der Überschuss an Kortisol führt sogar dazu, dass vermehrt Kalzium ausgeschieden wird und Osteoporose entsteht. Auch der Mangel an Sexualhormonen ist schädlich für den Knochenstoffwechsel. So gesehen verursacht Stress also Osteoporose oder begünstigt die Entstehung zumindest sehr.

Stress richtig vorbeugen

Es gilt also chronischem Stress vorzubeugen und frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Im Tagesablauf sollte man genügend Zeit für Pausen und ausreichende Bewegung einplanen. Positiv wirkt sich auch das Pflegen eines Hobbies und sozialer Kontakte aus. Gesunde Ernährung, gute Musik und lesen helfen auch chronischen Stress zu verhindern. Dagegen gilt es Aufputsch- und Suchtmittel zu vermeiden. Fazit: Höchstleistungen im Beruf und im Privatleben sind gut. Auch eine ständige Erreichbarkeit ist lobenswert, aber nicht um den Preis, dass man seine Gesundheit so gravierend schädigt, denn die durch chronischen Stress hervorgerufenen Schäden sind nicht reparabel.

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