Jul 192015
 

Geschrieben von Antje

Zur Berechnung von Unterhalt – vor allem von Kindesunterhalt – dient die so genannte Düsseldorfer Tabelle als Maßstab. Sie wurde im Jahr 1962 durch das Oberlandesgericht Düsseldorf eingeführt und liefert seither Richtwerte für die Bemessung von Unterhaltszahlungen.

Gesetzeskraft besitzt die Düsseldorfer Tabelle nicht, weshalb sie eher eine allgemeine Richtlinie darstellt, die aber auch von Gerichten bei der Berechnung der Unterhaltspflicht herangezogen wird. Unterhaltspflichtige können mit ihr Aufschluss über die Höhe des zu zahlenden Unterhalts erlangen.

Anrechnung von Kindergeld bei Kindesunterhalt

Die in der Düsseldorfer Tabelle genannten Werte sind zwar die Unterhaltsansprüche für Kinder, allerdings entsprechen diese nicht dem tatsächlichen Zahlbetrag durch den Unterhaltsverpflichteten. So darf der Unterhaltsanspruch aus der Tabelle um das Kindergeld gekürzt werden, woraus sich dann der tatsächlich zu zahlende Unterhalt ergibt. Bei minderjährigen und auch bei privilegierten volljährigen Kindern erfolgt die Anrechnung des Kindergeldes zur Hälfte bzw. zum vollen Betrag.

Eine entsprechende Regelung zur Anrechnung des Kindergeldes findet sich in § 1612 des Bürgerlichen Gesetzbuches.

So liest man die Düsseldorfer Tabelle richtig

Zunächst wird die Düsseldorfer Tabelle nach dem Einkommen und dem Alter des Kindes gegliedert. Entsprechend der Oberlandesgerichte wird von dem Regelfall ausgegangen, dass eine unterhaltspflichtige Person für zwei Personen Unterhalt leisten muss. Das kann entweder für zwei Kinder oder für ein Kind und einen Ehegatten sein.

Wenn für mehr oder weniger als zwei unterhaltsberechtigte Personen gezahlt werden muss, dann wirkt sich das auf die Einstufung des Einkommens aus. Wird also nur für ein Kind Unterhalt geleistet, dann rutscht der Unterhaltspflichtige in die nächsthöhere Einkommensstufe, während bei mehr als zwei Kindern eine Eingruppierung in die nächstniedrigere Stufe erfolgt.

Relevant ist das Einkommen des Unterhaltspflichtigen

Wenn ein minderjähriges Kind unterhaltsberechtigt ist, die Mutter jedoch aufgrund ihrer Einkünfte nicht, dann orientiert sich der Unterhaltsbedarf des Kindes am Nettoarbeitseinkommen des Kindsvaters. Es ist dabei unerheblich, ob das Einkommen der Mutter unter oder über dem Einkommen des Vaters liegt.

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