Jul 192015
 

Geschrieben von Antje

In Deutschland legt das Umgangsrecht das Recht von minderjährigen Kindern fest, Umgang mit ihren Eltern zu haben. Es handelt sich dabei um einen Begriff aus dem Familienrecht. Außerdem umfasst es das Recht und die Pflicht der Eltern, Umgang mit ihren Kindern zu haben. Unter Umständen haben auch Dritte (z. B. Großeltern, Tanten, Onkel) ein Umgangsrecht.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist das Umgangsrecht gemeinsam mit der elterlichen Sorge festgehalten. Kommt es zur Trennung der Eltern oder lebt ein Kind nicht bei den Eltern, tritt das Umgangsrecht sowie die Pflichten der Eltern in Kraft.

Gemäß § 1684 BGB benötigen Kinder für eine ungestörte und ausgeglichene Entwicklung beide Elternteile. Sie dürfen nicht zwischen „die Stühle“ geraten und sollten auch keine Streitigkeiten der Eltern miterleben müssen. Für Eltern bedeutet das, dass sie sich zwar als Paar trennen, aber nicht als Eltern. Es ist wichtig, dass Mutter und Vater auf Elternebene in Kontakt bleiben und ihrem Kind damit Sicherheit vermitteln.

Gerade in Trennungsfällen ist das Recht der Kinder klar definiert: Sie haben ein Recht auf Umgang mit Mutter und Vater. Im Umkehrschluss liegt die Pflicht der Eltern darin begründet, den Umgang nicht zu beeinträchtigen oder zu stören. Weiterhin obliegt dem Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, sogar die Pflicht, Umgang mit dem Kind zu haben.

Was passiert bei einer Verweigerung des Umgangs mit einem Elternteil?

Können sich getrennt lebende Eltern nicht über eine Ausgestaltung des Umgangs einigen, muss das Familiengericht angerufen werden. Es regelt den Umgang verbindlich, was in der Regel bei einer sogenannten Umgangsverweigerung notwendig wird. Meist ist die konkrete Ausgestaltung des Umgangsrechts individuell auf die jeweiligen Verhältnisse abgestimmt. Das Kindeswohl ist ausschlaggebend für die zu treffenden Regelungen.

Kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, werden für die Entscheidung das Kind (ggf. ein Verfahrensbeistand), die Eltern, ggf. die Pflegeperson und auch das Jugendamt gehört. In den meisten Fällen erfolgt eine Regelung, bei der das Kind an jedem zweiten Wochenende bei dem Elternteil ist, bei dem es nicht lebt. Auch in den Schulferien soll es dort über einen längeren Zeitraum bleiben. Bei sehr jungen Kindern kommen meist abweichende Regelungen zum Einsatz.

Wenn ein Elternteil die Bindung des Kindes an den anderen Elternteil nicht akzeptieren kann oder will, dann kann das die Erziehungsfähigkeit in Frage stellen. Für Eltern ist es eine Pflicht, den Umgang mit dem jeweils anderen Elternteil zu akzeptieren und nicht zu beeinträchtigen, da es ansonsten zu einer ungünstigen Regelung beim Sorgerecht kommen kann.

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