Aug 172015
 

Weder kann oder sollte ein Hund ein Kind ersetzen, noch umgekehrt. Aber hier geht es nicht um Wertigkeiten oder Hierarchien in Sachen Zusammenleben.   

Es stellt sich hier eher die Frage, weshalb es ein „entweder – oder“ geben sollte. Wenn man allen Ernstes aufgrund von Vor- und Nachteilen abwägt, wer in Frage kommt, wenn es um die Familienvergrößerung geht, wäre vielleicht ein dritter Fernsehapparat die passendere Lösung. Der kostet nur einmal und dann hat man viele Jahre ungetrübtes HD-Vergnügen ohne Haare auf der Couch oder dauernd Babybrei am Teppich. Und man kann ihn einfach abschalten.
Aber ernsthaft: ist es denn wirklich relevant, welchem Wesen man ein Heim und ein schönes gemeinsames Leben bieten möchte?

Die seltsame Pflicht zum eigenen Kind

Wenn man einmal ganz unvoreingenommen und objektiv an die Sache heran geht, kann man nicht leugnen, dass das eigene Kind (oder noch besser: die beiden Kinder!) hauptsächlich eine gesellschaftliche Norm ist. In zweiter Linie dann der evolutionsbedingte Wunsch nach Fortpflanzung und Weiterleben in einem Nachkommen und drittens dann sollen oft einfach die eigenen Bedürfnisse durch das Kind befriedigt werden.  Also alles meistens gar nicht so romantisch und hehr wie man das gerne darstellen möchte.

Aber es gibt bereits so viele Menschen auf der Welt und die Menschheit wird bestimmt nicht wegen zu wenig Nachwuchs aussterben. Man ist also kein Verbrecher an der Allgemeinheit, wenn man einfach findet, dass ein Hund eigentlich viel besser ins eigene Leben passen würde.
Zumal man ein Kind ja schon lieben muss, bevor man noch weiß, wie es überhaupt aussieht oder sich benimmt. Riskante Sache also.

Stichwort Vermenschlichung

Älteren oder kontaktscheuen Menschen „ersetzt“ der Hund oft ein komplettes soziales Umfeld. Das mag für Außenstehende seltsam wirken, aber warum eigentlich? Was ist denn daran so schrullig, wenn eine alte Frau, die sonst niemanden mehr hat, der ihr Gesellschaft leistet, mit dem Pudelmütze was anderes meint, als es das Wintermodengeschäft tut? Sowohl der Hund als auch die Frau „profitieren“ in jeglicher Hinsicht voneinander und das ist ja wohl Sinn und Zweck von Beziehungen. Das einander geben.

 Posted by at 8:09

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