Jul 112017
 

Es gehört einfach zum Sommer dazu: das Grillen. Das empfinden nicht nur diejenigen so, die einen Garten ihr eigen nennen dürfen, sondern auch Mieter, denen oftmals – wenn überhaupt – nur ein Balkon zur Verfügung steht. Es stellt sich nun die rechtliche Frage: darf auf diesem nach Herzenslust gegrillt werden?

Mietvertrag lesen, Nachbarn nicht belästigen

Vom Mieter müssen zwei Aspekte bedacht werden. Zum einen lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag, bevor zur Grillparty eingeladen wird. Denn Vermieter haben das Recht, das Grillen per Vertrag grundsätzlich zu verbieten. Jedoch darf ein solcher Passus nicht nachträglich ergänzt werden.

Doch auch wenn das Grillen vom Vermieter erlaubt wurde, gilt es außerdem, die Rechte der Nachbarn zu beachten. So darf nämlich durch das Brutzeln kein Nachbar unzumutbar belästigt werden, beispielsweise durch eine starke Rauchentwicklung.

Um eine solche zu vermeiden, ist es eine Überlegung wert, den Holzkohlegrill durch einen Elektrogrill zu ersetzen. Wer allerdings unter keinen Umständen auf das wahre Holzkohle-Grillerlebnis verzichten möchte, kann die Rauchentwicklung durch die Verwendung von Alufolie oder –schalen reduzieren.

Meist isst der Grill-Fan nicht alleine, sondern lädt Freunde und Bekannte zur Grillparty ein. Hier muss natürlich auch die allgemeine Nachtruhe beachtet und respektiert werden: nach 22 Uhr sollte nur noch mit gedämpfter Stimme gesprochen oder aber die gesellige Runde in die Wohnung verlegt werden.

Verschiedene Bestimmungen innerhalb Deutschlands

Die Landgerichte in Deutschland haben in der Vergangenheit unterschiedliche Urteile bezüglich des Bratens auf dem Balkon gefällt. Teilweise ist nur ein Grillabend pro Monat erlaubt, woanders sind es zwei. Die Landesrichter in Bonn fordern sogar, dass der Nachbar 48 Stunden im Voraus informiert werden muss.

Die beste Art, Nachbarschaftsstreit zu vermeiden ist jedoch die, an der Nachbartür zu klingeln und freundlich zum gemeinsamen Grillfest einzuladen.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: