Jul 122017
 

Spätestens nachdem nun auch in Deutschland ein erstes Mediationsgesetz verabschiedet wurde, zeichnet sich ein Wandel in der Rechts- und Streitkultur ab. Die Konfliktparteien sind immer mehr daran interessiert, die Konflikte außergerichtlich zu lösen. Allein vor Gericht ein Urteil in ihrem Sinne zu erstreiten, darauf kommt es den Betroffenen oft nicht an. Es geht Ihnen vielmehr um eine einvernehmliche Konfliktlösung und um eine möglichst schnelle Wiedererlangung der Handlungsfähigkeit. Mit Gerechtigkeit und einem vertretbaren Preis an einen vollstreckbaren Titel zu kommen – mittels Mediation sind diese Ziele erreichbar.

Für Juristen ist Mediation deshalb eine ideale Fort- und Weiterbildungsmöglichkeit. Sie befindet sich quasi unaufhaltsam auf dem Vormarsch und in einigen Bundesländern findet die gerichtsgestützte Mediation bereits Einzug in die Gerichtssäle. In der Bevölkerung gewinnt die Mediation zur Konfliktlösung auch immer mehr Vertrauen. Bei einer Ausbildung zum Mediator lernt man zuerst, dass bei jedem Fall oder Konflikt ein Leben dahintersteht, dass bestimmt wird durch Mitmenschen, Zusammenhänge und Situationen, die alle verwendet werden können, um eine bestmögliche Lösung zu erreichen.

Bei der Aus- bzw. Weiterbildung zum Mediator werden verschiedenste Kenntnisse in Bereichen der Konfliktforschung, Kommunikationstheorie und Gesprächsführung in Konfliktsituationen vermittelt und davon wird jeder Jurist in seiner täglichen Arbeit auch profitieren. Viele Rechtskundige stehen der Mediation etwas skeptisch gegenüber, weil jeder in die Lage versetzt werden könnte, auf diesem Gebiet tätig zu werden. Sie sollten allerdings nicht vergessen, dass bei der Mediation Fachkenntnisse und Fähigkeiten eines Juristen sehr nützlich sind.

Bevor sich Betroffene auf eine Mediation einlassen, ist es für sie natürlich von größter Wichtigkeit zu erfahren, wie ein Rechtsstreit voraussichtlich ausfallen würde, wo ihre Schwächen und Stärken liegen. Wer könnte hier schon eine fachlich sichere Auskunft geben, wenn nicht ein Anwalt bzw. eine Anwältin.

Auch deshalb sollten Juristen unbedingt die Chance nutzen und Mediation anbieten, unabhängig davon, ob sie als Anwalt bzw. Anwältin tätig oder in einem Unternehmen angestellt sind. Sie sind die idealen KonfliktberaterInnen oder –Manager.

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