Jul 032015
 

Geschrieben von Michael

Alles ist Kommunikation. Sobald man einem Mitmenschen gegenüber sitzt, kommuniziert man miteinander. Die Frage ist also nicht „ob“, sondern „worüber“ und vor allem aber „wie“ wird kommuniziert.
Stichwort Smartphone! Es ist wirklich schon äußerst schwierig, Zusammenkünfte von zwei oder mehreren Menschen zu finden, in denen nicht die Mobilgeräte die eigentliche Hauptbeschäftigung sind.
„Du, stört´s dich eh nicht, wenn ich schnell auf die Email antworte?!“
Oft liegen die Telefone ja sogar zwischen den Gesprächspartnern. Damit man das Display stets im Blick hat und im Falle einer Nachricht oder eines Anrufs das eigentliche Face-to-face-Gespräch mit einer entschuldigenden Geste unterbrechen kann. Gesprächskultur adjeu!

Reden ist silber…

Es ist auch ein verbreiteter Irrtum, zu glauben, Schweigen sei kommunikationslos. Ganz im Gegenteil. Nur wenige beherrschen die Kunst der Non-verbalen Lüge, weshalb Schweigen meistens viel mehr aussagt als Reden. Vor allem in Punkto Aufrichtigkeit.
In Partnerschaften besteht eine ganz andere Gefahr, denn an das Handy am Nachtkästchen, das dann gerne auch während zärtlicher Stunden bimmelt, hat man sich längst gewöhnt. Aber je besser man einander kennt, desto weniger gut hört man einander zu. Langzeitpaare kommunizieren nicht nur in einschlägigen Hollywoodschinken nur mehr mittels einander Zubrummen, Zugrunzen und anderen undefinierbaren Lauten. Der Grund: man weiss meistens, was der andere denkt und was er sagen wird. Das Blöde an dieser Auswirkung von Nähe ist nur: man würde es nicht bemerken, wenn der Partner dann doch einmal was anderes sagt, als man erwartet. Und wenn das häufig auftritt, und es sich hier um eine Weiterentwicklung eines Beziehungsteils handelt, kann es passieren, dass es plötzlich vorbei ist und der Nichtzuhörer steht belämmert da und fragt sich, was denn da nun passiert ist.

„Du hörst mir ja gar nicht zu!“

Dass einem der andere nicht zuhört, muss man aber nicht immer persönlich nehmen und auf sich beziehen. Vielmehr ist das eine menschliche Angewohnheit, die bei vielen Zeitgenossen immer und überall auftreten kann, dieses: „Es geht mir in der Konversation hauptsächlich darum, dass in meine eigenen Standpunkte erläutere. Darum verwende ich deine Gesprächszeit dafür, mir auszudenken, was ich darauf sagen werde. auch wenn es dann völlig ohne Zusammenhang ist.“ Ist zwar auch nicht die feine Englische Art, aber wie soll man es ändern?!

 Posted by at 6:17

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